Beziehung

Mein Freund ist Jäger: Was eine Beziehung mit Jäger oder Jägerin ausmacht

Mein Freund ist Jäger – und jetzt? Revierzeit, Jagdhund, ehrliche Gespräche und gemeinsamer Jagdschein: So gelingt die Beziehung mit Jäger oder Jägerin.

„Mein Freund ist Jäger“ – dieser Satz löst im Freundeskreis oft mehr Fragen aus als jede andere Hobbybeschreibung. Dabei verbringen viele Jägerinnen und Jäger den größten Teil ihrer Zeit gar nicht mit der Jagd selbst, sondern mit Hund, Revierpflege und dem stillen Beobachten von Wildtieren. Wer sich in einen Menschen verliebt, der jagt, verliebt sich deshalb auch in einen bestimmten Lebensrhythmus. Dieser Beitrag zeigt, was auf euch zukommt und worüber ihr reden solltet.

77 %der Jagdschülerinnen und Jagdschüler wollen vor allem gern in der Natur sein.DJV, Jungjägerbefragung 2021

66 %nennen angewandten Naturschutz als Grund für den Jagdschein.DJV, Jungjägerbefragung 2021

180 hUnterricht und Praxis kommen bis zur Jägerprüfung zusammen.DJV, Der Weg zum Jagdschein

1.500–3.000 €zahlen drei Viertel der Anwärter für Kurs und Prüfung.DJV, Der Weg zum Jagdschein

Der Rhythmus des Reviers: frühe Morgen und lange Abende

Wildtiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Deshalb sitzen Jäger oft vor Sonnenaufgang oder bis in die Nacht hinein auf dem Hochsitz. Im Frühjahr und Sommer kann das bedeuten, dass der Wecker um halb vier klingelt. Im Herbst und Winter kommen Gesellschaftsjagden dazu, die meist am Wochenende stattfinden und einen ganzen Tag dauern.

Hinzu kommt die Arbeit, die man von außen kaum sieht: Wildwiesen mähen, Hochsitze reparieren, Salzlecken und Wildäcker pflegen, Wildschäden mit Landwirten besprechen. Wer ein eigenes Revier hat oder in einem mitjagt, trägt Verantwortung, und die hält sich nicht an Feierabende.

Für die Beziehung heißt das vor allem: Zeit ist ein Thema, über das ihr früh sprechen solltet. Nicht als Vorwurf, sondern als Planung. Viele Paare legen feste Abende fest, an denen das Revier Pause hat, und genießen dafür die gemeinsamen Morgen umso mehr.

Der Jagdhund gehört zur Familie

Wo ein Jäger ist, ist oft auch ein Hund. Ein Jagdhund ist kein Begleiter, der mit zwei Gassirunden am Tag zufrieden ist. Er will arbeiten, braucht Ausbildung, Prüfungen und sehr viel Bewegung. Und er schläft trotzdem gern auf dem Sofa.

Wie wichtig Hunde gerade für Jägerinnen sind, zeigt eine ältere DJV-Befragung von Jagdkursteilnehmern: 36 Prozent der Frauen nannten die Arbeit mit dem Jagdhund als Grund für den Jagdschein, aber nur 12 Prozent der Männer. Für Menschen, die Hunde lieben, ist eine Beziehung mit einem Hundeführer deshalb oft ein Gewinn. Wer bisher keinen Hund hatte, sollte sich ehrlich fragen, ob er Hundehaare, Training und feste Gassizeiten in seinem Leben möchte.

Der Jagdhund als Grund für den Jagdschein

Anteil der Kursteilnehmenden, die die Arbeit mit dem Jagdhund nennen

Frauen
36 %
Männer
12 %
Quelle: DJV-Befragung von rund 2.400 Kursteilnehmenden, berichtet von dpa 2019

Ehrlich reden: Was die Jagd für euch bedeutet

Kein Thema sorgt in Beziehungen mit Jägern für so viele Missverständnisse wie die Frage, warum jemand überhaupt jagt. Gerade Menschen, die selbst nie gejagt haben, fragen sich, wie sie damit umgehen, dass zur Jagd auch das Töten von Tieren gehört. Diese Frage verdient eine ehrliche Antwort, und am besten bekommt ihr sie in einem ruhigen Gespräch, nicht beim Sonntagsessen mit der Familie.

Die Jungjägerbefragung des Deutschen Jagdverbands gibt einen guten Einblick in die Motive. Ganz oben steht bei Frauen wie Männern, gern in der Natur zu sein (77 Prozent insgesamt). Danach folgen angewandter Naturschutz (66 Prozent) und gern Wild essen (51 Prozent). Die meisten Menschen, die jagen, sehen sich also in erster Linie als Naturschützer und Heger.

Warum Menschen den Jagdschein machen

Gründe für die Jägerprüfung, Mehrfachnennung möglich

gern in der Natur
77 %
angewandter Naturschutz
66 %
esse gern Wild
51 %
Freude an der Jagd
41 %
Familientradition
20 %
Jagdhundeausbildung
20 %
Quelle: DJV, Jungjägerbefragung 2021, Ergebnisse gewichtet

Drei Fragen helfen dabei, ins Gespräch zu kommen:

  1. Was gefällt dir am meisten an der Zeit im Revier?
  2. Welche Aufgaben übernimmst du im Revier, die mit Hege und Naturschutz zu tun haben?
  3. Gibt es etwas, das du mir zeigen möchtest, und etwas, bei dem ich lieber nicht dabei sein muss?

Ihr müsst am Ende nicht dieselbe Meinung haben. Viele Paare leben gut damit, dass einer jagt und der andere Natur, Hund und Revier auf seine Weise teilt. Wichtig ist, dass keiner das Gefühl hat, seine Haltung verstecken zu müssen.

Gemeinsam ins Revier: So kommst du als Nichtjäger mit

Die meisten Jäger freuen sich, wenn ihr Partner Interesse zeigt. Als Begleitung darfst du mit auf den Ansitz, sofern der Revierinhaber einverstanden ist. Für den ersten Morgen auf dem Hochsitz helfen ein paar einfache Regeln:

  • Kleidung: gedeckte Farben, keine raschelnden Jacken, warme Schichten. Auch im Mai kann es um fünf Uhr morgens empfindlich kalt sein.
  • Ruhe: Handy auf lautlos, flüstern, möglichst wenig bewegen. Wildtiere hören und riechen viel besser als wir.
  • Geduld: Manchmal passiert eine Stunde lang nichts. Und dann steht plötzlich ein Fuchs auf der Wiese oder eine Ricke mit Kitz am Waldrand.
  • Verpflegung: Thermoskanne und ein belegtes Brot machen jeden Ansitz zum Picknick.

Viele Nichtjäger sagen nach dem ersten gemeinsamen Morgen im Revier, dass sie den Wald danach mit anderen Augen sehen. Genau diese Momente verbinden.

Den Jagdschein gemeinsam machen?

Manche Paare gehen noch einen Schritt weiter und machen den Jagdschein zusammen oder der Partner holt ihn nach. Das ist kein kleines Projekt. Nach Angaben des DJV kommen bis zur erfolgreichen Prüfung gut 180 Stunden Theorie und Praxis zusammen, dazu das eigene Lernen. Drei Viertel der Anwärter geben 1.500 bis 3.000 Euro für Vorbereitungskurs und Prüfung aus. Den uneingeschränkten Jagdschein gibt es ab 18 Jahren, einen eingeschränkten Jugendjagdschein schon ab 16.

  1. Kurs wählen

    Kompaktkurse dauern wenige Wochen mit ganztägigem Unterricht, mehrmonatige Abendkurse lassen sich besser mit dem Beruf verbinden.

  2. Lernen

    Gut 180 Stunden Theorie und Praxis, dazu eigenes Lernen. Den uneingeschränkten Jagdschein gibt es ab 18 Jahren.

  3. Staatliche Prüfung

    Meist an drei Tagen, mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Auch Hunderassen und Pflanzen werden abgefragt.

  4. Jagdschein lösen

    Mit Jagdhaftpflichtversicherung stellt die Behörde den Jahresjagdschein aus, gültig für ein bis drei Jagdjahre.

Alle Zahlen als Tabelle
WasWert
Unterricht und Praxis bis zur Prüfunggut 180 Stunden
Kosten für Kurs und Prüfung (drei Viertel der Anwärter)1.500 bis 3.000 Euro
Mindestalter uneingeschränkter Jagdschein18 Jahre
Gültigkeit Jahresjagdscheinein bis drei Jagdjahre

Inhaltlich geht es um weit mehr als die Jagd: Wildbiologie, Naturschutz, Landbau, Hundewesen, Wildbrethygiene und Jagdrecht. Wer den Kurs gemeinsam macht, lernt viel über die Natur vor der eigenen Haustür und hat für Monate ein gemeinsames Projekt. Es gibt Kompaktkurse über wenige Wochen und mehrmonatige Abendkurse, die sich besser mit dem Beruf vereinbaren lassen.

Fazit

Wer mit einem Jäger oder einer Jägerin zusammen ist, teilt seinen Partner ein Stück weit mit Wald, Feld und Hund. Das kann anstrengend sein, wenn ihr nicht darüber sprecht. Es kann aber auch eine große Bereicherung sein: frühe Morgen voller Vogelstimmen, ein Hund, der zur Familie gehört, und ein Partner, der die Natur kennt wie kaum ein anderer.

Du bist selbst noch auf der Suche? Im Beitrag Jäger sucht Frau erfährst du, wo Jäger und Naturfreunde zueinanderfinden. Und auf SingleJagd.de meldest du dich kostenlos bei tierisch-verliebt.de an.

Häufige Fragen

Darf ich als Nichtjäger mit auf den Hochsitz?

Ja, als Begleitung ist das üblich, wenn der Revierinhaber einverstanden ist. Wichtig sind ruhige, gedeckte Kleidung, warme Schichten und die Bereitschaft, lange still zu sitzen.

Wie viel Zeit verbringen Jäger im Revier?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt von Revier, Jahreszeit und Aufgaben ab. Ansitze finden meist in der Morgen- und Abenddämmerung statt, im Herbst und Winter kommen Gesellschaftsjagden am Wochenende dazu.

Was kostet es, den Jagdschein gemeinsam zu machen?

Laut Deutschem Jagdverband zahlen drei Viertel der Jagdscheinanwärter 1.500 bis 3.000 Euro für Vorbereitungskurs und Prüfung. Bis zur Prüfung kommen gut 180 Stunden Unterricht und Praxis zusammen.

Was, wenn ich die Jagd nicht gut finde?

Dann sprecht früh und ehrlich darüber. Viele Paare finden einen Weg, bei dem der eine jagt und der andere Natur, Hund und Revier auf seine Weise teilt. Respekt für die Haltung des anderen ist wichtiger als eine gemeinsame Meinung.

Quellen (4)

Vom Lesen zum Kennenlernen

Bereit für jemanden, der Revier und Hund genauso liebt?

Registriere dich kostenlos auf tierisch-verliebt.de und lerne Singles kennen, für die Wald, Hund und frühe Morgen dazugehören.

In 2 Minuten startklar

Kostenlos registrieren

Ich bin
Ich suche
Weiter mit Google

Die Anmeldung läuft über unsere Partnerplattform tierisch-verliebt.de. Es gelten deren AGB und Datenschutzhinweise.

Kostenlos anmelden